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Schreiben

Schreibblockaden gehören einfach dazu

23. Februar 2025·8 Min. Lesezeit·Sabrina

Jede:r Schreibende kennt das Gefühl: Du sitzt vor dem leeren Dokument, aber die Worte wollen einfach nicht aufs Papier. Dein Kopf ist voller Ideen – oder komplett leer. Schreibblockaden sind kein Zeichen des Scheiterns, sie sind Teil des kreativen Prozesses. Wichtig ist, dass du sie verstehst und lernst, mit ihnen umzugehen.

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Darum geht's

  • Woher Schreibblockaden kommen – die fünf häufigsten Ursachen
  • Fünf erprobte Strategien, um den Knoten zu lösen
  • Wie eine Schreibroutine Blockaden vorbeugt

Was ist eine Schreibblockade?

Der Begriff Schreibblockade wurde erstmals 1947 vom Psychoanalytiker Edmund Bergler geprägt. Doch die Angst vor der leeren Seite ist so alt wie das Schreiben selbst.

Schreiben ist wie eine Reise ins Unbekannte. An manchen Tagen findest du den Weg spielend leicht, an anderen stehst du vor einer undurchdringlichen Wand. Wenn die Worte fliessen, fühlt es sich wie Magie an. Wenn nicht, kann es entmutigend sein.

Jedes ungeschriebene Wort ist eine verlorene Idee. Jede angefangene, aber nie beendete Story bleibt nur ein Gedanke. Doch genau dieser Druck kann uns erst recht blockieren. Der erste Schritt ist deshalb: verstehen, warum deine Schreibblockade überhaupt entsteht.

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Warum entstehen Schreibblockaden?

Schreibblockaden haben viele Ursachen. Oft sind sie nicht nur ein Mangel an Kreativität, sondern das Ergebnis innerer oder äusserer Faktoren. Die häufigsten Gründe:

  • Keine neue Idee. Manchmal ist das grösste Hindernis nicht das Schreiben selbst, sondern die Frage: Was soll ich überhaupt schreiben? Kreativität funktioniert nicht auf Knopfdruck. Was hilft: Lies Bücher, führe spannende Gespräche, beobachte deine Umgebung. Oft kommen die besten Ideen, wenn du es am wenigsten erwartest.
  • Selbstzweifel. Der innere Kritiker kann gnadenlos sein. „Das klingt schrecklich.“ „Niemand wird das lesen wollen.“ Doch jeder erste Entwurf ist roh, chaotisch und voller Fehler – und genau so soll es sein. Was hilft: Freewriting. Stelle einen Timer auf zehn Minuten und schreibe alles auf, was dir in den Kopf kommt – ungefiltert, ohne Bewertung. Es muss nicht einmal mit deiner Story zu tun haben.
  • Fehlende Struktur. Ohne klare Richtung fällt das Schreiben schwer. Wenn du nicht weisst, wohin deine Story führt, gerätst du ins Stocken. Was hilft: Erstelle eine grobe Gliederung oder arbeite mit einem Schreibplan.
  • Stress. Wenn dein Kopf voller To-dos oder Sorgen ist, bleibt kaum Platz für kreatives Denken. Was hilft: Setze dir realistische Ziele und schaffe eine entspannte Umgebung. Manchmal hilft es, erst andere Dinge zu klären, bevor du schreibst.
  • Ablenkung. Das Handy vibriert, eine E-Mail poppt auf, plötzlich fällt dir ein, dass du die Wäsche machen solltest. Was hilft: Feste Schreibzeiten, Offline-Zeiten und ein aufgeräumter Schreibtisch.

Fünf Tipps, um Schreibblockaden zu überwinden

1. Finde die Ursache. Bevor du weiterkämpfst, frag dich ehrlich: Was blockiert mich gerade? Fühlst du dich überfordert, weil du nicht weisst, wie es weitergeht? Hast du Angst, dass dein Text nicht gut genug ist? Bist du vielleicht einfach erschöpft? Sobald du die Ursache erkennst, kannst du gezielt dagegen vorgehen.

2. Ändere deine Perspektive. Oft blockieren wir uns selbst, weil wir das Schreiben als Pflicht sehen – anstatt als das, was es wirklich ist: eine Möglichkeit. Stell dir die Frage: Warum schreibe ich? Weil du eine Story erzählen willst, die dir am Herzen liegt? Weil Schreiben dich erfüllt? Schreib dir eine kurze Notiz an dich selbst und lies sie, wenn du das nächste Mal ins Stocken gerätst.

Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, das zu tun, was du liebst.

3. Entwickle eine Routine. Schreiben ist wie ein Muskel – je öfter du ihn benutzt, desto stärker wird er. Selbst 15 Minuten am Tag können einen grossen Unterschied machen:

  • Finde deine beste Schreibzeit. Manche schreiben am besten früh morgens mit einer Tasse Kaffee, andere erst spät in der Nacht, wenn alles ruhig ist.
  • Setze dir realistische Ziele. Statt „Ich muss heute ein ganzes Kapitel schreiben“ lieber: „Ich schreibe 200 Wörter“ oder „Ich schreibe 15 Minuten, egal was“.
  • Schaffe dir einen festen Schreibplatz. Ein bestimmter Ort signalisiert deinem Gehirn: Hier wird geschrieben.
  • Eliminiere Ablenkungen. Handy in den Flugmodus, Kopfhörer auf, oder eine Schreib-App, die dich beim Fokussieren unterstützt.
  • Nutze Rituale zur Einstimmung. Eine Playlist hören oder eine Kerze anzünden – finde etwas, das dich ins Schreiben bringt.

Selbst wenn du keine Lust hast, setz dich hin und fang an. Schreib zur Not „Ich habe gerade keine Ahnung, was ich schreiben soll“ – Hauptsache, du kommst in Bewegung. Denn Routine entsteht durch Handeln, nicht durch Warten.

4. Wechsle den Fokus. Manchmal liegt die Lösung nicht darin, sich weiter durch den Text zu quälen, sondern darin, die Perspektive zu wechseln:

  • Erzähle die Szene aus einer anderen Perspektive. Wie würde ein Nebencharakter die Ereignisse wahrnehmen?
  • Wechsle die Erzählperspektive. Falls du bisher in der dritten Person geschrieben hast, probiere die Ich-Perspektive aus – oder umgekehrt.
  • Spiel mit der Zeit. Schreibe eine Rückblende oder einen Ausblick in die Zukunft. Was wäre, wenn deine Figur in der Vergangenheit anders entschieden hätte?
  • Beginne an einer anderen Stelle. Es gibt keine Regel, die besagt, dass du dein Buch chronologisch schreiben musst.

5. Just do it. Viele glauben, dass sie sich inspiriert fühlen müssen, um zu schreiben. Doch das ist ein Mythos. Schreiben ist ein Handwerk – und es wird besser, indem du es tust. So sagte es auch schon Stephen King: Das hier ist kein Hexenwerk, es ist ein Job wie Rohrverlegen oder Lkw-Fahren.

  • Akzeptiere unperfekte Tage. Autorin Mahsuda Snaith sagt, dass Schreibblockaden oft ein Zeichen dafür sind, dass wir eine Szene noch nicht ganz durchdacht haben – oder dass wir uns zu sehr auf Perfektion versteifen. Schreib bewusst eine schlechte Version oder setz einen Platzhalter: „Hier passiert noch etwas Spannendes – später ausarbeiten.“
  • Mach dein Buch wieder spannend für dich. Piers Torday empfiehlt, spielerisch heranzugehen: Drucke dein Manuskript in einer verrückten Schriftart, um es mit frischem Blick zu lesen. Oder schreibe eine schwierige Szene als Drehbuchdialog.
  • Merke dir: Perfekte Schreibbedingungen gibt es nicht – also verschwende keine Zeit mit Warten.
Mini-Übung

Finde deine Blockade

Bevor du eine Strategie wählst, brauchst du die Ursache. Beantworte die Zeilen ehrlich – und such dir danach genau einen Tipp aus, den du morgen ausprobierst.

  • Was genau blockiert mich gerade: …
  • Ist es Idee, Zweifel, Struktur, Stress oder Ablenkung? …
  • Das Kleinste, was ich morgen tun kann: …
  • Wann und wo ich das tue: …

Eine Blockade löst sich selten durch Nachdenken – sondern durch die kleinste mögliche Handlung.

wirklich aufschreiben,
nicht nur denken.

Fazit

Jede:r Schreibende erlebt Phasen, in denen das Schreiben schwerfällt. Doch eine Blockade bedeutet nicht, dass du gescheitert bist – sie ist ein Zeichen, dass du gerade eine Hürde im kreativen Prozess überwinden musst.

Der Schlüssel liegt darin, nicht aufzugeben: Erkenne die Ursache, finde passende Strategien und entwickle eine Schreibroutine, die dich langfristig unterstützt. Selbst kleine Schritte – wie zehn Minuten Freewriting oder das bewusste Reduzieren von Ablenkungen – können einen grossen Unterschied machen.

Schreiben ist nicht nur Talent, sondern vor allem eine Fähigkeit, die mit viel Übung leichter wird.

Wer hier schreibt
Sabrina Jordak, Autorin und Gründerin von storify.ing

Sabrina schreibt Romane und weiss, wie es sich anfühlt, in der Mitte eines Manuskripts stecken zu bleiben. Auf storify.ing teilt sie, was ihr selbst geholfen hat, weiterzuschreiben.

Happy storify.ing! Sabrina

Dieser Artikel wurde mit ganz viel Herz in Luzern, Schweiz geschrieben.

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