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Dialoge schreiben – dein Starter Guide

26. März 2024·9 Min. Lesezeit·Sabrina

Dialoge sind ein wesentlicher Bestandteil von Romanen. Aber sie selbst zu schreiben? Gar nicht so einfach. Warum? Weil sie die feine Balance zwischen dem authentisch Menschlichen und der kunstvollen Dichtung sind. Zu direkt formuliert wirken sie steif, zu alltäglich verlieren sie ihren Charme. Wie knackt man den Code?

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Darum geht's

  • Was ein Dialog leistet – und was er nicht leisten sollte
  • Die Rolle des Subtextes: Was zwischen den Zeilen passiert
  • Zehn Tipps und die häufigsten Fehler

Was ist ein Dialog?

Dialog, Substantiv: Ein geschriebener oder gesprochener Austausch zwischen zwei oder mehr Charakteren in einem literarischen Werk.

Dialoge verleihen den Charakteren Leben, treiben die Handlung voran und bieten Leser:innen Einblicke in die komplexe innere Welt. Sie sind eine wunderbare Bühne für deine Charaktere, um lebendig zu werden, ihre Persönlichkeit zu entfalten und dynamisch zu reagieren.

Stell dir das vor wie ein Ping-Pong-Spiel der Worte zwischen zwei oder mehr Leuten. Sie quatschen miteinander, tauschen Ideen aus oder teilen, was sie denken und fühlen. Aber es geht nicht nur darum, die Story voranzubringen oder uns ein paar Background-Infos mitzugeben. Durch Dialoge kriegen wir erst richtig mit, wer diese Charaktere sind, was sie antreibt und wie sie zueinander stehen.

Doch einen guten, natürlichen Dialog zu basteln kann ganz schön knifflig sein. Stimme, Tonfall, natürlicher Fluss, Beziehungen, Informationen von einem Charakter zum anderen und vieles mehr – all diese Elemente müssen sorgfältig miteinander verwoben werden.

Nichts darf dem Zufall überlassen werden, jedes Wort hat seine Rolle in der Story.

Wozu braucht es Dialoge?

Im Kern geht es beim Dialog darum, echte Konversationen nachzubauen, was ein echter Drahtseilakt ist: Die Gespräche deiner Charaktere müssen sich so echt wie möglich anhören, aber gleichzeitig sollen sie auch noch die Story vorantreiben und ein bisschen was über die Charaktere verraten. Die kleinen Anmerkungen dabei, wie „er meinte“ oder „sie flüsterte“, sind extrem wichtig, um dem Ganzen mehr Tiefe und Klarheit zu geben. Durch Dialoge:

  • enthüllen Charaktere ihre Persönlichkeiten, ihre Wünsche, Ängste und Geheimnisse,
  • entwickelt sich die Handlung auf eine Weise, die natürlich und nachvollziehbar ist,
  • wird Spannung erzeugt, sei es durch Konflikte, Missverständnisse oder Enthüllungen,
  • können unausgesprochene Gedanken und Gefühle eingewebt werden.

Und mal ehrlich: Dialoge lesen sich oft viel besser als der Rest. Warum? Weil sie der gesprochenen Sprache am nächsten sind. Dadurch wirkt dein Text gleich viel lebendiger und spannender.

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Die Rolle des Subtextes

Was Charaktere aussprechen, ist häufig nur die sichtbare Oberfläche. Der Subtext – jene Bedeutungen, die ungesagt bleiben, jedoch zwischen den Zeilen mitschwingen – verleiht deiner Erzählung Substanz und Vielschichtigkeit. Wenn es heisst „Lies zwischen den Zeilen“, ist genau dieser Subtext gemeint. Der Subtext:

  • lässt deine Charaktere echt wirken, da Menschen selten direkt sagen, was sie denken oder fühlen,
  • baut Spannung auf durch das, was ungesagt bleibt,
  • ermöglicht vielschichtige Interpretationen und fördert das Engagement der Leser:innen.

Um Subtext gekonnt ins Spiel zu bringen, musst du wirklich in die Köpfe deiner Charaktere eintauchen – verstehen, was sie antreibt, was sie insgeheim fürchten oder verbergen möchten. Bei jeder Schlüsselszene voller Dialoge solltest du dir überlegen: Was will jeder Charakter eigentlich erreichen? Wovor hat er Angst? Was versucht er unter den Teppich zu kehren?

Die 10 wichtigsten Tipps für richtig gute Dialoge

  • Charakterstimmen entwickeln. Finde heraus, wie deine Charaktere klingen. Welche Wörter benutzen sie? Welchen Rhythmus haben ihre Gespräche? Ihre Art zu antworten zeigt, worauf sie Wert legen oder worüber sie sich ärgern.
  • Nur sinnvolles Geplänkel nutzen. Lerne den Unterschied zwischen Small Talk, der deinem Projekt Tiefe verleiht, und jenem, der einfach nur langweilt.
  • Spannung. Dialoge sind ein hervorragendes Mittel, um Konflikte zu entfachen oder zu verschärfen. Lass deine Charaktere durch ihre Worte aneinandergeraten, geheime Informationen enthüllen oder Missverständnisse aufkommen.
  • Rhythmus beachten. Ein guter Dialog fliegt nur so über die Seite, wenn der Rhythmus stimmt. Versuche es mit Dialogzeilen ähnlicher Länge und wechsle dann abrupt.
  • Zeichensetzung. Pausen (durch Kommas), Unterbrechungen (durch Gedankenstriche) oder Betonungen (durch Ausrufezeichen) steuern die Intensität und Dynamik der Konversation.
  • Auf deine Tags achten. Unterscheide zwischen einer einfachen Tagline („er sagte“) und einem Handlungstag („er strich sich durch das Haar“) für mehr visuelle Tiefe. Wenn du deinen Text gut aufbaust, brauchst du nicht immer einen Tag.
  • Weglassen. Lass deine Charaktere nicht immer sagen, was sie meinen.
  • Kürzen. Viele Dialoge von Schreibneulingen könnten von einer Straffung profitieren. Vermeide Wiederholungen und Übererklärungen.
  • Subtext nutzen. Lass deine Charaktere durch das, was sie nicht sagen, genauso viel oder sogar mehr kommunizieren wie durch ihre Worte.
  • Authentizität wahren. Passe Sprache und Dialekt dem Hintergrund und der Zeit deiner Charaktere an. Moderne Ausdrücke in einem historischen Roman untergraben die Glaubwürdigkeit.

Fehler, die du vermeiden solltest

  • Zu formelle Sprache. Zu perfekte Gespräche lassen Charaktere unnahbar wirken. Lies Dialoge laut vor, um zu prüfen, ob sie authentisch klingen.
  • Übermässiger Gebrauch von Namen. Im realen Gespräch nennen Menschen nicht ständig den Namen ihres Gegenübers. Verwende Namen sparsam.
  • Unpassender Jargon oder Dialekt. Zu viel davon kann Leser:innen verwirren oder abschrecken.
  • Info-Dumping. Vermeide es, Dialoge für grosse Mengen Hintergrundinformation zu nutzen – das wirkt unnatürlich und stört den Lesefluss.
  • Unnötige Füllwörter. Nichtssagende Phrasen tragen weder zur Handlung noch zur Charakterentwicklung bei.
  • Jeden Dialog gleich gestalten. Eine monotone Dialogführung erschwert die Unterscheidung zwischen den Charakteren.
  • Zu viele Pausen und Unterbrechungen. Gezielt eingesetzt verstärken sie Spannung, im Übermass ermüden sie.
  • Zu lange Monologe. Sie unterbrechen den Dialogfluss und langweilen.

KI als Unterstützung beim Dialogeschreiben

Ein Sprachmodell kann dir beim Dialogeschreiben helfen, Beispieldialoge zu generieren, die dir als Inspiration dienen, unterschiedliche Stimmungen und Stimmen zu erkunden und Feedback zu deinen Dialogen zu geben.

Falls du einmal feststeckst: Reagiere wie ein Autor für Liebesromane und hilf mir bei folgendem Dialog: Wie würde ein Dialog zwischen [Charakter A] und [Charakter B] aussehen, wenn sie über [Thema/Konflikt] sprechen, ohne direkt darauf einzugehen?

Für verschiedene Stile: Schreibe einen Dialog zwischen einem Detektiv und einem Verdächtigen in einem Krimi. Danach schreibe denselben Dialog, als ob er in einer romantischen Komödie stattfinden würde.

Für die Überarbeitung: Hier ist ein Dialog, den ich geschrieben habe. Kannst du ihn natürlicher und lebendiger gestalten?

Mini-Übung

Sag es, ohne es zu sagen

Nimm zwei Figuren und ein Thema, über das keine von beiden direkt sprechen will. Schreib acht Repliken – ohne dass das Thema einmal benannt wird.

  • Worum es wirklich geht: …
  • Was Figur A verbergen will: …
  • Was Figur B ahnt: …
  • Der Satz, der am meisten verrät, ohne etwas zu sagen: …

Lies den Dialog laut vor. Wenn du an einer Stelle stockst, ist sie zu erklärend.

wirklich aufschreiben,
nicht nur denken.

Fazit

Guter Dialog klingt nicht wie echtes Sprechen – er klingt nur so. Er ist gekürzt, rhythmisiert und hat immer mehr Bedeutung, als auf der Oberfläche steht.

Ich hoffe, du bist jetzt gut ausgerüstet, um die Grundsteine für deine spannenden Dialoge zu legen. Viel Spass!

Wer hier schreibt
Sabrina Jordak, Autorin und Gründerin von storify.ing

Sabrina schreibt Romane und weiss, wie es sich anfühlt, in der Mitte eines Manuskripts stecken zu bleiben. Auf storify.ing teilt sie, was ihr selbst geholfen hat, weiterzuschreiben.

Happy storify.ing! Sabrina

Dieser Artikel wurde mit ganz viel Herz in Luzern, Schweiz geschrieben.

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