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So erstellst du dein Leser:innenprofil (+ Workbook)

10. Juli 2024·8 Min. Lesezeit·Sabrina

„Ich kenne meine Leser:innen schon“ – diesen Satz habe ich lange selbst gesagt. Bis ich es tatsächlich überprüft habe. Hier zeige ich dir, wie du dein Leser:innenprofil systematisch aufbaust.

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Darum geht's

  • Ein Leser:innenprofil besteht aus drei Merkmalsebenen
  • Umfragen, Social Media und Tools liefern dir die Daten
  • Personas machen aus Zahlen greifbare Menschen

Was ein Leser:innenprofil ist

Dein Profil ist eine umfassende Beschreibung deiner idealen Zielgruppe. Es vereint demografische, psychografische und verhaltensbezogene Merkmale zu einem Bild davon, für wen du eigentlich schreibst. Nicht für alle, sondern für diese konkreten Menschen.

Das klingt nach Marketing, ist aber ein Schreibwerkzeug. Sobald du verstehst, wen du erreichen willst, triffst du andere Entscheidungen: bei der Themenwahl, beim Ton, bei der Länge, beim Cover, beim Klappentext.

Du schreibst nicht für alle. Das ist die gute Nachricht.

Demografische Merkmale

Die demografischen Daten sind der Einstieg in jede Zielgruppenanalyse. Sie erfassen die harten, messbaren Fakten und geben dir ein erstes Gerüst.

  • Alter
  • Geschlecht
  • Bildungsstand
  • Beruf
  • Einkommen

Ein Beispiel: Jugendbücher richten sich hauptsächlich an Teenager zwischen 13 und 18 Jahren. Historische Romane erreichen eher Erwachsene über 30. Das wirkt banal, hat aber unmittelbare Folgen für deine Sprache, deine Themen und deine Vertriebskanäle.

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Psychografische Merkmale

Hier wird es interessant. Diese Merkmale beschreiben die innere Welt deiner Leser:innen: ihre Interessen, ihre Werte, ihre Meinungen, ihren Lebensstil. Was bewegt sie, wofür stehen sie ein, wovon träumen sie.

Diese Ebene ermöglicht dir, tiefer und persönlicher zu schreiben. Denn über gemeinsame Werte entsteht Bindung, nicht über gemeinsames Alter. Zwei Menschen können gleich alt sein und trotzdem völlig unterschiedliche Bücher lieben.

Verhaltensmerkmale

Verhaltensmerkmale betreffen das, was deine Leser:innen tatsächlich tun: Lesegewohnheiten und Kaufverhalten. Welche Bücher greifen sie, wie oft lesen sie, wo kaufen sie, auf welchen Plattformen tauschen sie sich aus.

Diese Erkenntnisse helfen dir vor allem bei der Frage, wo du deine Leser:innen überhaupt findest. Es nützt wenig, das perfekte Buch geschrieben zu haben, wenn du es an einem Ort anbietest, an dem deine Zielgruppe nie vorbeikommt.

Wie du an die Informationen kommst

Für ein belastbares Profil kombinierst du mehrere Datenquellen. Keine einzelne liefert dir das ganze Bild, aber zusammen ergeben sie ein überraschend genaues.

  • Umfragen – mit SurveyMonkey oder Google Forms direkt nach Vorlieben fragen
  • Interviews – persönliche Gespräche bringen die Tiefe, die Umfragen nie liefern
  • Soziale Medien – zeigen, welche Themen deine Zielgruppe bewegen
  • Google Analytics – demografische und verhaltensbezogene Daten deiner Website
  • Facebook Insights – Informationen über die Nutzer:innen deiner Seite

Personas und typische Fehler

Eine Persona ist eine erfundene Person, die ein typisches Mitglied deiner Zielgruppe verkörpert. Zum Beispiel Anna, 35, Marketing-Managerin, liest gerne historische Romane und folgt Buchclubs auf Social Media.

Der Vorteil: Du denkst beim Schreiben nicht mehr an eine Statistik, sondern an einen Menschen. Du kannst dich fragen, ob Anna dieses Kapitel spannend fände, ob sie diesen Titel anklicken würde.

  • „Ich kenne meine Zielgruppe gut genug“ – und dann wird nie wirklich analysiert
  • Nur demografische Daten anschauen und den Rest ignorieren
  • Einmal erstellen und nie aktualisieren – Menschen und Märkte verändern sich
Mini-Übung

Deine Persona in sechs Zeilen

Erfinde eine Person, die für deine Zielgruppe steht, und fülle die Zeilen mit konkreten Angaben. Keine Spannbreiten, keine Vielleicht.

  • Sie heisst … und ist … Jahre alt
  • Beruflich macht sie …
  • Sie liest am liebsten … , weil …
  • Sie findet neue Bücher über …
  • Was sie beim Lesen sucht, ist …
  • Sie würde mein Buch weiterempfehlen, wenn …

Wenn du beim Schreiben unsicher bist, frag dich: Würde sie das lesen wollen?

wirklich aufschreiben,
nicht nur denken.

Fazit

Ein gut durchdachtes Leser:innenprofil ist unbezahlbar. Es hilft dir, deine Zielgruppe wirklich zu verstehen und gezielt anzusprechen.

Nutze verschiedene Methoden, baue dir detaillierte Personas und passe dein Profil regelmässig an.

Kostenlos für dich

Workbook: Dein Leser:innenprofil

Von den harten Fakten bis zur fertigen Persona – mit Fragen, die dich durch die Analyse führen.

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Wer hier schreibt
Sabrina Jordak, Autorin und Gründerin von storify.ing

Sabrina schreibt Romane und weiss, wie es sich anfühlt, in der Mitte eines Manuskripts stecken zu bleiben. Auf storify.ing teilt sie, was ihr selbst geholfen hat, weiterzuschreiben.

Happy storify.ing! Sabrina

Dieser Artikel wurde mit ganz viel Herz in Wien, Österreich geschrieben.

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